Bibliothek des Bundesgerichtshofs - Gesetzesmaterialien - Übersichtsseite (Letzte Bearb.: 30.04.2008)

 

Gesetz über die Verwendung elektronischer Kommunikationsformen in der Justiz

 

(Justizkommunikationsgesetz - JKomG)

 

- vom 22.03.2005, BGBl I, Nr. 18, S. 837 -

- Berichtigung vom 04.07.2005, BGBl I, Nr.42, S. 2022b -

 

 

Aus dem Internetangebot des BMJ:

Mit dem Gesetzentwurf eines Justizkommunikationsgesetzes werden der Zivilprozess und die Fachgerichtsbarkeiten für eine elektronische Aktenbearbeitung geöffnet. Die Verfahrensbeteiligten - Richter, Rechtsanwälte, Bürger - sollen künftig die Möglichkeit haben, elektronische Kommunikationsformen gleichberechtigt neben der - herkömmlich papiergebundenen - Schriftform oder der mündlichen Form rechtswirksam zu verwenden.

Die bisherigen Formerfordernisse sollen auch bei der Nutzung eines elektronischen Übertragungswegs qualitativ unverändert bleiben. Um sie auf die elektronische Arbeit zu übertragen, differenziert der Entwurf zwischen einfacher, fortgeschrittener, qualifizierter oder einer elektronischen Signatur, die auf einem dauerhaft überprüfbaren Zertifikat beruht. Letztere wird derzeit nur von akkreditierten Zertifizierungsdienstleistern (sog. Trustcenter) angeboten.

 

Referentenentwurf

 

Pressemitteilung des BMJ vom 28.07.2004: Email statt Briefpost und Aktenbock – neue Kommunikationsmöglichkeiten in der Justiz 

 

Regierungsentwurf

 

 

Aus: DIP - Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge

Titel: Gesetz über die Verwendung elektronischer Kommunikationsformen in der Justiz (Justizkommunikationsgesetz – JKomG)

 

Initiative: Regierungsvorlage

 

Zustimmungsbedürftig: Nein

 

Bezug: Initiative ,,BundOnline 2005"

Orientierung der Vorlage am Zustellungsreformgesetz vom 25. Juni 2001, BGBl I, Nr. 29 S. 1206 (Materialien) und am Gesetz zur Anpassung von Formschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Geschäftsverkehr vom 13. Juli 2001, BGBl I, Nr. 35 S. 1542 (Materialien)

 

Inhalt: Weitere Öffnung der Justiz für den elektronischen Rechtsverkehr, insbesondere Ermöglichung einer umfassenden elektronischen Aktenbearbeitung innerhalb des Gerichts, Einführung des gerichtlichen elektronischen Dokuments als Äquivalent zur Papierform, Regelungen im Hinblick auf Signaturerfordernis und Beweiskraft, Normierung der elektronischen Parallelformen für die Anbringung von Vermerken oder eine Verbindung von Dokumenten; Änderung und Ergänzung versch. §§ Zivilprozessordnung und weiterer Verfahrensordnungen; Justizaktenaufbewahrungsgesetz (JustAG) als Art. 11 der Vorlage.

Die Einführung der elektronischen Aktenbearbeitung ist mit Anschaffungskosten verbunden. Langfristig sind Einsparungen zu erwarten.

 

Änderungen aufgrund der Ausschussempfehlung:

Anpassung an die Hartz-IV-Reform, Regelung der Prozesskostenhilfe, Übernahme von Anregungen des Bundesrates, Zustellung der elektronischen Ausfertigung eines vorliegenden Urteils, Beschränkung des vorgesehenen einheitlichen Aktenaufbewahrungsrechts auf den Bereich des Bundes; Änderungen in weiteren fünf Gesetzen.

 

Ablauf des Vorgangs (BT = Bundestag; BR = Bundesrat):

 

BR - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 13.08.2004 Drucksache 609/04

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend), Finanzausschuss, Innenausschuss

 

BR - 

Empfehlungen Rechtsausschuss (federführend); Finanzausschuss; Innenausschuss 13.09.2004 Drucksache 609/1/04

Änderungsvorschläge - Rechtsausschuss, Innenausschuss: zus. Stellungnahme

 

1. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 803 24.09.2004 S. 459A-B

Beschluss: S. 459B - Stellungnahme: u.a. Änderungsvorschläge - gemäß  Art. 76 Abs. 2 GG

 

BR - 

Stellungnahme Bundesrat 24.09.2004 Drucksache 609/04 (Beschluss)

 

BT - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 28.10.2004 Drucksache 15/4067

Anlage: Stellungnahme Bundesrat und Gegenäußerung Bundesregierung

 

1. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/138 11.11.2004 S. 12625C, 12626A

Beschluss: S. 12626A - Überweisung: Rechtsausschuss (federführend)

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/148 16.12.2004 S. 13782D

Beschluss: S. 13782D - nachträgliche Überweisung Ausschuss für Gesundheit und Soziale Sicherung

 

BT - 

Beschlussempfehlung und Bericht Rechtsausschuss 23.02.2005 Drucksache 15/4952

Berichterstatter:
Dirk Manzewski, SPD, Rechtsausschuss; Andrea Astrid Voßhoff, CDU/CSU, Rechtsausschuss; Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen, Rechtsausschuss; Sibylle Laurischk, FDP, Rechtsausschuss

 

2. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/161 25.02.2005 S. 15088A-15094B

Redner:
Brigitte Zypries, Bundesminister Bundesministerium der Justiz S. 15088B-15089B; Andrea Astrid Voßhoff, CDU/CSU S. 15089B-15091A; Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen S. 15091B-15092B; Sibylle Laurischk, FDP S.15092B-D; Dirk Manzewski, SPD S.15093 A-15094A

Beschluss: S. 15094B - einstimmige Annahme Drucksache 15/4067 idF Drucksache 15/4952

 

3. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/161 25.02.2005 S. 15094B

Beschluss: S. 15094B - einstimmige Annahme Drucksache 15/4067 idF Drucksache 15/4952

 

BR - 

Gesetzesbeschluss Deutscher Bundestag 25.02.2005 Drucksache 122/05

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend)

 

Bundesregierung - Gesetz vom 22.03.2005 -  Bundesgesetzblatt Teil I 2005 Nr.18 29.03.2005 S. 837

 

Bundesregierung - Berichtigung vom 04.07.2005 -  Bundesgesetzblatt Teil I 2005 Nr.42 12.07.2005 S. 2022b

 

Inkrafttreten:

01.04.2006

Artikel 11

01.04.2005

übrige Artikel

 

 

Außerparlamentarische Vorgänge:

Stellungnahme des Deutschen Richterbundes vom Januar 2003 zum Diskussionsentwurf eines Gesetzes über die Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs bei den Gerichten (Elektronisches Rechtsverkehrsgesetz - ERVG)

 

Stellungnahme des Deutschen Anwaltvereins Nr. 38/2003 vom Juli 2003 zum Entwurf eines Gesetzes über die Verwendung elektronischer Kommunikationsformen in der Justiz

 

Stellungnahme des Bundes Deutscher Finanzrichterinnen und Finanzrichter vom 15.07.2003  zum Referentenentwurf eines Gesetzes über die Verwendung elektronischer Kommunikationsformen in der Justiz

 

Der Referentenentwurf zum Justizkommunikationsgesetz aus Sicht des Signaturrechts / Stefanie Fischer-Dieskau. Aus: MMR 2003, S. 701