Bibliothek des Bundesgerichtshofs - Gesetzesmaterialien - Übersichtsseite  (Letzte Bearb.: 01.03.2007)

 

Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts

 

 (Kostenrechtsmodernisierungsgesetz – KostRMoG)

 

- vom 05.05.2004, BGBl I, Nr. 21, S. 718,

 

 

Aus dem Internetangebot des BMJ:

 

Das geltende Kostenrecht wird allgemein als zu kompliziert empfunden. Bereits bei der Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung von Kostengesetzen vom 9. Dezember 1986 hat der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages die strukturelle Reform des Kostenrechts gefordert. Mit den vorgeschlagenen strukturellen Änderungen soll das Kostenrecht transparenter und einfacher gestaltet werden. Die Gerichts- und Anwaltsgebühren sowie die Entschädigungssätze für Zeuginnen, Zeugen, Sachverständige, Dolmetscherinnen, Dolmetscher, Übersetzerinnen, Übersetzer, ehrenamtliche Richterinnen und ehrenamtliche Richter sind zuletzt durch das Kostenrechtsänderungsgesetz 1994 vom 24. Juni 1994 (BGBl. I S. 1325, 2591, 3471) angehoben worden und bedürfen daher dringend der Anpassung. In den neuen Bundesländern wird nach den Bestimmungen des Einigungsvertrages i. V. m. der Ermäßigungssatz-Anpassungsverordnung ein Abschlag von 10 % auf die Gebühren- und Entschädigungssätze im Bereich des Justizkostenrechts vorgenommen. Diese Regelung soll im Rahmen der Rechtsangleichung zwischen den alten und den neuen Bundesländern wegfallen.

 

Entwurf eines Gesetzes über die Vergütung der Rechtsanwälte ( Rechtsanwaltsvergütungsgesetz - RVG-E) / Expertenkommission "BRAGO-Strukturreform" - Stand 29. August 2001

 

Referentenentwurf vom 27.08.2003

 

 

Aus: DIP - Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge

 

Titel: Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts (Kostenrechtsmodernisierungsgesetz – KostRMoG)

 

Initiative: Eingebracht von der Fraktion der SPD, der Fraktion der CDU/CSU, der Fraktion B90/GR und der Fraktion der FDP

 

Zustimmungsbedürftig: Ja

 

Bezug: Feststellungen der 64.Konferenz der Justizminister der Länder und des Bundes vom 22. bis 24. Juni 1993 in Dresden zur Vereinfachung des Kostenrechts, Vorschläge der vom BMJ eingesetzten Expertenkommission zum Gebührenrecht vom August 2001.

Der Gesetzentwurf ist textidentisch mit der Regierungsvorlage auf BR Drs. 830/03 Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts (Kostenrechtsmodernisierungsgesetz – KostRMoG) C070 

 

Inhalt: Strukturreform des Kostenrechts und Anhebung von Gerichts- und Anwaltsgebühren sowie von Entschädigungssätzen, Übernahme von Wert- und Kostenvorschriften des Arbeitsgerichtsgesetzes in das Gerichtskostengesetz, Übertragung des Pauschalgebührensystems gem. Kostenrechtsänderungsgesetz 1994 auf alle Zweige der Gerichtsbarkeit, weitgehende Umstellung von Wertgebühren auf Festgebühren, Zusammenführung der Zeugen- und Sachverständigenentschädigung mit der Entschädigung für ehrenamtliche Richter, leistungsgerechtes Vergütungsmodell für Sachverständige und Dolmetscher, Erhöhung der Kilometerpauschale für alle Berechtigten und der Stundenhöchstsätze für Verdienstausfall, Qualitätsverbesserung bei Rechtsanwaltsgebühren, u.a. Erfassung bisher nicht gebührenrechtlich geregelter anwaltlicher Tätigkeiten im neuen Vergütungsverzeichnis, Förderung der außergerichtlichen Streitbeilegung durch Umgestaltung der Vergleichsgebühr zu einer Einigungsgebühr, Verzicht auf die Festlegung von Gebühren für Beratungstätigkeit ab Juli 2006, Schaffung einer Terminsgebühr für den Täter-Opfer-Ausgleich, Aufhebung des Gebührenabschlags für die neuen Länder; Novellierung des Gerichtskostengesetzes, Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) als Art. 2, Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) als Art. 3 der Vorlage, Änderung von 77, Aufhebung von 4 Rechtsvorschriften.
Die Neuordnung des Vergütungsrechts führt zu Mindereinnahmen. Die Neuordnung der Gerichtsgebühren führt bei Bund und Ländern zu Mehreinnahmen. Insgesamt ist mit geringen Mehreinnahmen zu rechnen.

Änderungen aufgrund der Ausschussempfehlung:
Klarstellungen und Übernahme von Vorschlägen des Bundesrates.

 

Ablauf des Vorgangs (BT = Bundestag; BR = Bundesrat):

 

BT - 

Gesetzentwurf SPD; CDU/CSU; Bündnis 90/Die Grünen; FDP 11.11.2003 Drucksache 15/1971

 

1. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/76 14.11.2003 S. 6602C, 6620C-6624D/Anl

protokollierte Rede:
Christoph Strässer, SPD S. 6620C-6621B/Anl; Andreas Schmidt (Mülheim), CDU/CSU S.6621 B-6622C/Anl; Jerzy Montag, Bündnis 90/Die Grünen S. 6622C-6623C/Anl; Rainer Funke, FDP S.6623 C-6624A/Anl; Brigitte Zypries, Bundesminister Bundesministerium der Justiz S.6624A-D/Anl

Beschluss: S. 6602C - Überweisung: Rechtsausschuss (federführend), Innenausschuss, Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit, Haushaltsausschuss gemäß § 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages

 

BT - 

Beschlussempfehlung und Bericht Rechtsausschuss 11.02.2004 Drucksache 15/2487

Klarstellungen und Übernahme von Vorschlägen des Bundesrates

Berichterstatter:
Joachim Stünker, SPD, Rechtsausschuss; Christoph Strässer, SPD, Rechtsausschuss; Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen, Rechtsausschuss; Rainer Funke, FDP, Rechtsausschuss; Andreas Schmidt (Mülheim), CDU/CSU, Rechtsausschuss

 

BT - 

Bericht Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages 11.02.2004 Drucksache 15/2488

Haushaltsausschuss gemäß § 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages

Berichterstatter:
Dr. Heinz Köhler (Coburg), SPD, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Norbert Barthle, CDU/CSU, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Alexander Bonde, Bündnis 90/Die Grünen, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Otto Fricke, FDP, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages

 

2. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/91 12.02.2004 S. 8144C-D, 8154A-8158D/Anl

zusammenberaten mit

  • Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts
    s. Kostenrechtsmodernisierungsgesetz BR Drucksache 830/03

protokollierte Rede:
Christoph Strässer, SPD S. 8154A-8155B/Anl; Andreas Schmidt (Mülheim), CDU/CSU S.8155 B-8156B/Anl; Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen S. 8156B-8157C/Anl; Rainer Funke, FDP S.8157 C-8158A/Anl; Brigitte Zypries, Bundesminister Bundesministerium der Justiz S.8158A-D/Anl

Beschluss: S. 8144D - einstimmige Annahme Drucksache 15/1971 idF Drucksache 15/2487

 

3. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/91 12.02.2004 S. 8144D-8145A

Beschluss: S. 8145A - einstimmige Annahme Drucksache 15/1971 idF Drucksache 15/2487

 

BR - 

Gesetzesbeschluss Deutscher Bundestag 20.02.2004 Drucksache 116/04

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend), Finanzausschuss

 

BR - 

Empfehlungen Rechtsausschuss (federführend); Finanzausschuss 27.02.2004 Drucksache 116/1/04

Rechtsausschuss: Zustimmung - Finanzausschuss: Anrufung des Vermittlungsausschusses; Anrufungsziel: Überarbeitung des Gesetzesbeschlusses Deutscher Bundestag

 

Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 797 12.03.2004 S. 64B-65B

Redner:
Dr. Christian Walter, StMin Justiz HE S. 64B-65A

Beschluss: S. 65B - Zustimmung - gemäß  Art. 84 Abs. 1 GG, Art. 108 Abs. 5 GG

 

BR - 

Beschluss Bundesrat 12.03.2004 Drucksache 116/04 (Beschluss)

 

Bundesregierung - Gesetz vom 05.05.2004 -  BGBl I, Nr. 21, S. 718

 

Inkrafttreten:

01.07.2006

Artikel 5

01.07.2004

übrige Artikel

 

 

Außerparlamentarische Vorgänge:

 

Synoptische Übersicht altes Recht (BRAGO) – neues Recht (RVG)

 

Stellungnahme zum