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Gesetz zur Umsetzung familienrechtlicher Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

 

eingebracht als: Gesetz zur Einführung einer Übergangsregelung zum Kindschaftsrechtsreformgesetz für nicht miteinander verheiratete Eltern

 

- vom 13.12.2003, BGBl I, Nr. 61 S. 2547 -

 

 

Aus dem Gesetzentwurf:

 

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 29. Januar 2003 (GZ: 1 BvL 20/99, 1 BvR 933/01) die geltende gesetzliche Regelung zum Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern (§ 1626a BGB) im Wesentlichen für verfassungskonform erklärt. Es hat jedoch festgestellt, dass der Gesetzgeber verpflichtet ist, die tatsächliche Entwicklung zu beobachten und zu prüfen, ob die gesetzlichen Annahmen auch vor der Wirklichkeit Bestand haben.

Zudem hat es dem Gesetzgeber aufgegeben, bis zum 31. Dezember 2003 eine Übergangsregelung für Eltern zu schaffen, die mit ihrem nichtehelichen Kind zusammengelebt, sich aber noch vor Inkrafttreten des Kindschaftsrechtsreformgesetzes am 1. Juli 1998 getrennt haben. Der Gesetzentwurf dient der Einführung dieser Übergangsregelung für solche „Alt-Fälle".

 

 

Aus: DIP - Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge

 

Titel: Gesetz zur Umsetzung familienrechtlicher Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

 

Initiative: Regierungsvorlage

 

Zustimmungsbedürftig: Ja

 

Bezug: Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. Januar 2003 (1 BvL 20/99, 1 BvR 933/01) zu § 1626a BGB; Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zu § 3 Bundeskindergeldgesetz in der Fassung des 1. Gesetzes zur Umsetzung des Spar-, Konsolidierungs- und Wachstumsprogramms vom 21. Dezember 1993 (1 BvL 16/95, 1 BvL 17/95 und 1 BvL 16/97) vom 29. Oktober 2002

 

Inhalt: Übergang für das Sorgerecht unverheirateter Paare bei Trennung vor dem 1. Juli 1998 (Inkrafttreten des Kindschaftsreformgesetzes): Ersatz der Sorgerechtserklärung des verweigernden Elternteils durch das Familiengericht; Änderung von Art. 224 § 2 Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch, versch. §§ 8. Buch Sozialgesetzbuch, § 1626d Bürgerliches Gesetzbuch, § 49a Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und von § 14 Rechtspflegergesetz.

Es entstehen Kosten durch zusätzliche Verfahren bei Familiengerichten, die nicht abschätzbar sind.

Änderungen aufgrund der Ausschussempfehlung:

Titeländerung (eingebracht als: Gesetz zur Einführung einer Übergangsregelung zum Kindschaftsrechtsreformgesetz für nicht miteinander verheiratete Eltern); Präzisierung des ,,gemeinsamen Tragens der elterlichen Verantwortung über längere Zeit", Verschiebung der statistischen Erhebung von rechtswirksamen Sorgeerklärungen durch die Jugendämter auf 2004, Umsetzung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu § 3 Bundeskindergeldgesetz; Änderung § 20 Bundeskindergeldgesetz.

 

Ablauf des Vorgangs (BT = Bundestag; BR = Bundesrat):

BR - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 30.05.2003 Drucksache 379/03

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend), Ausschuss für Frauen und Jugend, Ausschuss für Familie und Senioren, Finanzausschuss

 

BR - 

Empfehlungen Rechtsausschuss (federführend); Ausschuss für Frauen und Jugend; Ausschuss für Familie und Senioren; Finanzausschuss 01.07.2003 Drucksache 379/1/03

Feststellung der Zustimmungsbedürftigkeit - Rechtsausschuss, Ausschuss für Frauen und Jugend, Ausschuss für Familie und Senioren: zus. Änderungsvorschläge

 

1. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 790 11.07.2003 S. 258A-B

Beschluss: S. 258B - Stellungnahme: Änderungsvorschläge (u.a. Feststellung der Zustimmungsbedürftigkeit) - gemäß  Art. 76 Abs. 2 GG

 

BR - 

Stellungnahme Bundesrat 11.07.2003 Drucksache 379/03 (Beschluss)

 

BT - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 18.09.2003 Drucksache 15/1552

Anlage: Stellungnahme Bundesrat und Gegenäußerung Bundesregierung

 

1. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/63 25.09.2003 S. 5320D-5321A, 5322B

Beschluss: S. 5322B - Überweisung: Rechtsausschuss (federführend), Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

BT - 

Beschlussempfehlung und Bericht Rechtsausschuss 22.10.2003 Drucksache 15/1807

Titeländerung (eingebracht als: Gesetz zur Einführung einer Übergangsregelung zum Kindschaftsrechtsreformgesetz für nicht miteinander verheiratete Eltern); Präzisierung des "gemeinsamen Tragens der elterlichen Verantwortung über längere Zeit", Verschiebung der statistischen Erhebung von rechtswirksamen Sorgeerklärungen durch die Jugendämter auf 2004, Umsetzung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu § 3 Bundeskindergeldgesetz; Änderung § 20 Bundeskindergeldgesetz

Berichterstatter:
Christine Lambrecht, SPD, Rechtsausschuss; Ute Granold, CDU/CSU, Rechtsausschuss; Irmingard Schewe-Gerigk, Bündnis 90/Die Grünen, Rechtsausschuss; Sibylle Laurischk, FDP, Rechtsausschuss

nunmehr
Gesetz zur Umsetzung familienrechtlicher Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

 

2. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/69 23.10.2003 S. 5930A, D-5931A

Beschluss: S. 5931A - einstimmige Annahme Drucksache 15/1552 idF Drucksache 15/1807

 

3. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/69 23.10.2003 S. 5931A

Beschluss: S. 5931A - einstimmige Annahme Drucksache 15/1552 idF Drucksache 15/1807

 

BR - 

Gesetzesbeschluss Deutscher Bundestag 07.11.2003 Drucksache 804/03

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend)

 

BR - 

Berichtigung 19.11.2003 Drucksache zu 804/03

 

2. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 794 28.11.2003 S. 449C-450C

Redner:
Karin Schubert, Bürgermeister und Senator für Justiz Berlin S.449D-450C

Beschluss: S. 450C - Zustimmung - gemäß  Art. 84 Abs. 1 GG

 

BR - 

Beschluss Bundesrat 28.11.2003 Drucksache 804/03 (Beschluss)

 

Bundesregierung - Gesetz vom 13.12.2003 -  BGBl I, Nr. 61 S. 2547

 

Inkrafttreten: 31.12.2003

 

Außerparlamentarische Vorgänge:

 

Stellungnahme des Deutschen Anwaltvereins Nr. 20/2003 vom Mai 2003