Bibliothek des Bundesgerichtshofs - Gesetzesmaterialien - Übersichtsseite (Letzte Bearb.: 04.11.2009)

 

Gesetz zur  Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen

 

- vom 28.05.2007, BGBl I, S. 614 -

 

 

Aus dem Gesetzentwurf:

In Deutschland fehlt es an einem international bekannten und anerkannten Instrument zur indirekten Immobilienanlage mit steuertransparenter Besteuerung. Als internationaler Standard haben sich in über 20 Ländern der Welt REITs (anknüpfend an die US-amerikanische Terminologie Real Estate Investment Trusts, die sich als Bezeichnung auch in anderen Jurisdiktionen durchgesetzt hat) etabliert.

 

REITs zeichnen sich dadurch aus, dass nicht die Gewinne auf Gesellschaftsebene besteuert werden, sondern die Gewinnausschüttungen beim Anleger. Der REITStatus und die damit verbundene Befreiung von der Körperschaft- und Gewerbesteuerpflicht werden nur dann gewährt, wenn der REIT umfangreiche und hohe Anforderungen erfüllt. Insbesondere muss er hohe Ausschüttungen von mindestens 90 % der Erträge vornehmen, mindestens 75 % der Einkünfte aus Immobilien erzielen (mit einem Schwerpunkt auf der passiven Immobilenbewirtschaftung - die Möglichkeit des Verkaufs von Immobilien wird begrenzt, um so einen reinen Immobilienhandel auszuschließen) und mindestens 75 % seines Vermögens in Immobilien anlegen. Es wird also durch Vorgaben zum Unternehmensgegenstand, zum Grundkapital, zur Börsennotierung, zum Streubesitz und zur Mindesthöhe der Ausschüttung ein Sondertypus der Aktiengesellschaft in Form einer Immobiliengesellschaft sui generis geschaffen, die es verfassungsrechtlich zulässt, diese REIT-Aktiengesellschaft von der Körperschaftsteuer zu befreien und die ausgeschütteten Gewinne bei den Aktionären ohne Halbeinkünfteverfahren voll zu versteuern.

 

Mit der gesetzlichen Einführung eines deutschen REIT soll die in Deutschland bestehende Lücke bei der indirekten Immobilienanlage geschlossen werden, um eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland, eine Professionalisierung der Immobilienwirtschaft und Wettbewerbsgleichheit gegenüber europäischen Finanz- und Immobilienstandorten zu erreichen.

 

Referentenentwurf vom 26.09.2006

 

REITs - was ist das eigentlich? (Quelle BFinMi)

 

Folgen einer möglichen Nichteinführung deutscher REITs – Auswirkungen auf Kapitalmarkt, Wohnungsmarkt und Steueraufkommen (Quelle BFinMi)

 

Aus: DIP - Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge

Titel: Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen

 

Initiative: Regierungsvorlage

 

Zustimmungsbedürftig: Ja

 

Inhalt: Gesellschafts- und steuerrechtliche Regelungen zur Einführung eines deutschen REIT (Real Estate Investment Trust) zur indirekten Immobilienanlage mit steuertransparenter Besteuerung ohne Produktregulierung durch die Finanzdienstleistungsaufsicht; Gesetz über deutsche Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-Gesetz – REITG) als Art. 1 der Vorlage, Änderung §§ 3 und 3c Einkommensteuergesetz, §§ 7, 8, 14 und 21 Außensteuergesetz, § 5 Finanzverwaltungsgesetz sowie §§ 2, 8 und 18 Investmentsteuergesetz.

Für die öffentlichen Haushalte entstehen Einnahmen bis zu 365 Mio. Euro jährlich.

 

Änderungen aufgrund der Ausschussempfehlung:

Klarstellungen, Konkretisierungen und Regelungen zu Besteuerung und Verlustverrechnung, Fristen, Ausdehnung der Aktienform, Bezeichnungsschutz, Vermögens- und Ertragsstruktur, Ausschüttungsverpflichtung, Mindesteigenkapitalquote sowie Überprüfungsverfahren der Finanzbehörde.

Die den öffentlichen Haushalten jährlich entstehenden Einnahmen betragen max. 470 Mio. Euro.

 

Ablauf des Vorgangs (BT = Bundestag; BR = Bundesrat):

BR - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 03.11.2006 Drucksache Drs 779/06

Zuweisung: Finanzausschuss (federführend), Innenausschuss, Rechtsausschuss, Wirtschaftsausschuss, Ausschuss für Städtebau, Wohnungswesen und Raumordnung

 

BR - 

Empfehlungen Finanzausschuss (federführend); Innenausschuss; Rechtsausschuss; Wirtschaftsausschuss; Ausschuss für Städtebau, Wohnungswesen und Raumordnung 04.12.2006 Drucksache Drs 779/1/06

Finanzausschuss, Innenausschuss, Rechtsausschuss: Stellungnahme - Finanzausschuss, Rechtsausschuss: zus. Änderungsvorschläge - Wirtschaftsausschuss: Änderungsvorschläge - Ausschuss für Städtebau, Wohnungswesen und Raumordnung: keine Einwendungen

 

1. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 829 15.12.2006 S. 435C-D

Beschluss: S. 435D - Stellungnahme: u.a. Änderungsvorschläge - gemäß  Art. 76 Abs. 2 GG

 

BR - 

Stellungnahme Bundesrat 15.12.2006 Drucksache Drs 779/06 (Beschluss)

 

BT - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 12.01.2007 Drucksache 16/4026

Anlage: Stellungnahme Bundesrat

 

BT - 

Unterrichtung Bundesregierung 16.01.2007 Drucksache 16/4036

Gegenäußerung Bundesregierung

 

1. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/76 18.01.2007 S. 7635C-7642C

zusammenberaten mit

  • Neue Steuervergünstigungen und Gewinnverlagerungen ins Ausland verhindern - REITs in Deutschland nicht einführen
    s. REIT-Aktiengesellschaft BT Drucksache 16/4046

Redner:
Dr. Barbara Hendricks, Parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium der Finanzen S. 7635D-7637C; Leo Dautzenberg, CDU/CSU S.7637 C-7639A; Dr. Axel Troost, DIE LINKE S. 7639B-7640A; Dr. Gerhard Schick, Bündnis 90/Die Grünen S. 7640A-D; Florian Pronold, SPD S. 7641A-7642C

Zwischenfrage:
Kerstin Andreae, Bündnis 90/Die Grünen S. 7641D

Beschluss: S. 7642C - Überweisung: Finanzausschuss (federführend), Rechtsausschuss, Ausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Haushaltsausschuss gemäß § 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages

 

Stellungnahmen der Sachverständigen zur Anhörung des Finanzausschusses am 28.02.2007

 

Wortprotokoll Nr. 16/48 des Finanzausschusses vom 28.02.2007

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/85 08.03.2007 S. 8497A-C

Beschluss: S. 8497C - Nachträgliche Überweisung AfWi

 

BT - 

Beschlussempfehlung und Bericht Finanzausschuss 21.03.2007 Drucksache 16/4779

Klarstellungen, Konkretisierungen und Regelungen zu Besteuerung und Verlustverrechnung, Fristen, Ausdehnung der Aktienform, Bezeichnungsschutz, Vermögens- und Ertragsstruktur, Ausschüttungsverpflichtung, Mindesteigenkapitalquote sowie Überprüfungsverfahren der Finanzbehörde. Die den öffentlichen Haushalten jährlich entstehenden Einnahmen betragen max. 470 Mio. Euro

Berichterstatter:
Leo Dautzenberg, CDU/CSU, Finanzausschuss; Florian Pronold, SPD, Finanzausschuss; Carl-Ludwig Thiele, FDP, Finanzausschuss; Dr. Gerhard Schick, Bündnis 90/Die Grünen, Finanzausschuss

 

BT - 

Bericht Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages 21.03.2007 Drucksache 16/4781

Berichterstatter:
Jochen-Konrad Fromme, CDU/CSU, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Carsten Schneider (Erfurt), SPD, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Otto Fricke, FDP, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Dr. Gesine Lötzsch, DIE LINKE, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages; Alexander Bonde, Bündnis 90/Die Grünen, Haushaltsausschuss gem.§ 96 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages

 

2. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/89 23.03.2007 S. 9024B-9040C

zusammenberaten mit

  1. Neue Steuervergünstigungen und Gewinnverlagerungen in das Ausland verhindern - REITs in Deutschland nicht einführen
    s. REIT-Aktiengesellschaft BT Drucksache 16/4046

  2. REITs - Real Estate Investment Trusts in Deutschland einführen
    s. REIT-Aktiengesellschaft BT Drucksache 16/1896

  3. Entschließungsantrag zum Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen
    s. Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen BT Drucksache 16/4780

Redner:
Peer Steinbrück, Bundesminister Bundesministerium der Finanzen S.9024D-9026D; Carl-Ludwig Thiele, FDP S.9026 D-9028C, 9039A-B; Leo Dautzenberg, CDU/CSU S. 9028C-9030B; Dr. Barbara Höll, DIE LINKE S.9030 B-9031D; Dr. Gerhard Schick, Bündnis 90/Die Grünen S. 9032A-9033C; Florian Pronold, SPD S.9033C-9036D; Georg Fahrenschon, CDU/CSU S.9036 D-9038C; Dr. Barbara Höll, DIE LINKE S. 9038C-9039A; Ernst Kranz, SPD S.9039B-9040A

Zwischenfrage:
Carl-Ludwig Thiele, FDP S. 9034A-B; Dr. Barbara Höll, DIE LINKE S.9035B; Dr. Gerhard Schick, Bündnis 90/Die Grünen S. 9036B

Beschluss: S. 9040A - Annahme Drucksache 16/4026 idF Drucksache 16/4779

 

3. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/89 23.03.2007 S. 9024B-9040C

Beschluss: S. 9040B - Annahme Drucksache 16/4026 idF Drucksache 16/4779

 

BR - 

Gesetzesbeschluss Deutscher Bundestag 23.03.2007 Drucksache Drs 191/07

Zuweisung: Finanzausschuss (federführend)

 

2. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 832 30.03.2007 S. 105C-106C, 129C/Anl

Redner:
Michael Breuer, LMin Bundes- und Europaangel NW S. 105C-106C

protokollierte Rede:
Dr. Ralf Stegner, Innenminister Schleswig-Holstein S.129C/Anl

Beschluss: S. 106C - Zustimmung - gemäß  Art. 105 Abs. 3 GG

 

BR - 

Beschluss Bundesrat 30.03.2007 Drucksache Drs 191/07 (Beschluss)

 

Bundesregierung - Gesetz vom 28.05.2007 -  Bundesgesetzblatt Teil I 2007 Nr.23 01.06.2007 S. 914

 

Inkrafttreten:

01.01.2007

 

 

Außerparlamentarische Vorgänge:

Bron, Jan F.: Das G-REIT-Gesetz – Eine Analyse auf Basis des Gesetzentwurfes der Bundesregierung