Bibliothek des Bundesgerichtshofs - Gesetzesmaterialien - Übersichtsseite (Letzte Bearb.: 22.10.2009)

 

Gesetz zum Pfändungsschutz der Altersvorsorge

 

- vom 26. März 2007, BGBl I, S. 368 -

 

Aus dem Gesetzentwurf:

Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen einem Pfändungsschutz, der dazu dient, das Existenzminimum des Schuldners zu sichern und die Gemeinschaft von Sozialkosten zu entlasten. Ein Gläubiger muss diese Pfändungsgrenzen respektieren.

 

Ein solcher Pfändungsschutz besteht gegenüber den Einkünften selbstständig Tätiger nicht in der gleichen Weise. Vermögenswerte, die Selbstständige für ihre Altersvorsorge vorgesehen haben, sind ohne ausreichenden Pfändungsschutz dem Gläubigerzugriff ausgesetzt. Dies kann im Einzelfall dazu führen, dass diese Personen im Alter auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Insofern sind Regelungen zu schaffen, die die Altersvorsorge Selbstständiger absichern, ohne die Zugriffsrechte der Gläubiger zu stark zu beschneiden.

 

Die Insolvenzanfechtung wurde durch die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für den Insolvenzverwalter deutlich erleichtert. Hierdurch sind insbesondere die öffentlich-rechtlichen Gläubiger benachteiligt. Bei den Sozialversicherungsträgern beispielsweise wird ein Beitragsausfall von bis zu 800 Mio. Euro jährlich befürchtet.

 

 

Pressemitteilung des BMJ vom 10. August 2005: Kabinett beschließt Änderungen im Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht

 

Gesetzentwurf

 

Pressemitteilung des BMJ vom 11. Mai 2006: Bundestag berät über Sicherung der Altersvorsorge Selbständiger

 

 

Aus: DIP - Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge

Titel: Gesetz zum Pfändungsschutz der Altersvorsorge

 

Initiative: Regierungsvorlage

 

Zustimmungsbedürftig: Nein

 

Bezug: Neuere Rechtsprechung des BGH zur Insolvenzanfechtung durch den Insolvenzverwalter. 
Die Vorlage wurde bereits in der 15. WP eingebracht (s. GESTA 15. WP 2c-C152, s.a. Materialien)

 

Inhalt: Verbesserung des Pfändungsschutzes für die Altersvorsorge von Selbständigen (hier: Lebensversicherungen), Beschränkungen der Anfechtung auch im Interesse öffentlich-rechtlicher Gläubiger im Insolvenzverfahren auf Fälle unlauteren Verhaltens; Änderung versch. §§ Insolvenzordnung sowie in weiteren vier Gesetzen.

Durch Erweiterung des Pfändungsschutzes muss mit gewissen Vollstreckungsausfällen der öffentlichen Hand gerechnet werden. Andererseits werden Ausfälle der Sozialversicherungsträger und des Bundes durch Insolvenzanfechtung verringert.

 

Änderungen aufgrund der Ausschussempfehlung:

Titeländerung (eingebracht als: Gesetz zum Pfändungsschutz der Altersvorsorge und zur Anpassung des Rechts der Insolvenzanfechtung); Änderungen bei Regelungen in der Zivilprozessordnung betr. Insolvenzanfechtung, im Folgenden Auslassung der im Gesetzentwurf vorgesehenen Regelungen zum Gläubigerantrag, zu den Masseverbindlichkeiten und zur Insolvenzanfechtung in der Insolvenzordnung.

 

Ablauf des Vorgangs (BT = Bundestag; BR = Bundesrat):

 

BR - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 12.08.2005 Drucksache Drs 618/05

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend), Ausschuss für Arbeit und Sozialpolitik, Ausschuss für Familie und Senioren, Finanzausschuss, Wirtschaftsausschuss

 

BR - 

Empfehlungen Rechtsausschuss (federführend); Ausschuss für Arbeit und Sozialpolitik; Ausschuss für Familie und Senioren; Finanzausschuss; Wirtschaftsausschuss 13.09.2005 Drucksache Drs 618/1/05

Rechtsausschuss, Finanzausschuss, Wirtschaftsausschuss: u.a. Änderungsvorschläge - Rechtsausschuss: zus. Feststellung der Zustimmungsbedürftigkeit - Ausschuss für Arbeit und Sozialpolitik, Ausschuss für Familie und Senioren: keine Einwendungen

 

1. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 814 23.09.2005 S. 327D-329B, 342C-343C/Anl

Beschluss: S. 329B - Stellungnahme: u.a. Änderungsvorschläge (u.a. Feststellung der Zustimmungsbedürftigkeit) - gemäß  Art. 76 Abs. 2 GG

 

BR - 

Stellungnahme Bundesrat 23.09.2005 Drucksache Drs 618/05 (Beschluss)

 

BT - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 09.03.2006 Drucksache 16/886

Anlage: Stellungnahme Bundesrat und Gegenäußerung Bundesregierung

 

1. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/35 11.05.2006 S. 3025C-D, 3041D-3047C/Anl

protokollierte Rede:
Dr. Günter Krings, CDU/CSU S. 3041D-3043D/Anl; Dirk Manzewski, SPD S.3043 D-3044C/Anl; Mechthild Dyckmans, FDP S. 3044C-3045B/Anl; Wolfgang Neskovic, DIE LINKE S.3045 B-3046B/Anl; Jerzy Montag, Bündnis 90/Die Grünen S. 3046B-D/Anl; Alfred Hartenbach, Parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium der Justiz S.3046D-3047C/Anl

Beschluss: S. 3025D - Überweisung: Rechtsausschuss (federführend), Finanzausschuss, AfWi, Ausschuss für Arbeit und Sozialpolitik, Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Stellungnahmen der Sachverständigen vor dem Rechtsausschuss vom 27.09.06, (Teil I: Pfändungsschutz der Altersvorsorge)

 

Wortprotokoll der 26. Sitzung des Rechtsausschusses am 27.09.06

 

Stellungnahmen der Sachverständigen vor dem Rechtsausschuss vom 27.09.06, (Teil II: Insolvenzanfechtung) 

 

Wortprotokoll der 27. Sitzung des Rechtsausschusses am 27.09.06

 

BT - 

Beschlussempfehlung und Bericht Rechtsausschuss 13.12.2006 Drucksache 16/3844

Änderungen bei Regelungen in der Zivilprozessordnung betr. Insolvenzanfechtung, im Folgenden Auslassung der im Gesetzentwurf vorgesehenen Regelungen zum Gläubigerantrag, zu den Masseverbindlichkeiten und zur Insolvenzanfechtung in der Insolvenzordnung

Berichterstatter:
Dr. Günter Krings, CDU/CSU, Rechtsausschuss; Dirk Manzewski, SPD, Rechtsausschuss; Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, Rechtsausschuss; Wolfgang Neskovic, DIE LINKE, Rechtsausschuss; Jerzy Montag, Bündnis 90/Die Grünen, Rechtsausschuss

nunmehr
Gesetz zum Pfändungsschutz der Altersvorsorge

 

BT - 

Änderungsantrag Irmingard Schewe-Gerigk, Bündnis 90/Die Grünen; Volker Beck (Köln), Bündnis 90/Die Grünen; und andere; Bündnis 90/Die Grünen 13.12.2006 Drucksache 16/3864

 

BT - 

Änderungsantrag Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP; Dr. Guido Westerwelle, FDP; FDP 14.12.2006 Drucksache 16/3865

 

2. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/73 14.12.2006 S. 7342D-7343B, 7359D-7364B/Anl

protokollierte Rede:
Dr. Günter Krings, CDU/CSU S. 7359D-7361A/Anl; Dirk Manzewski, SPD S.7361 A-D/Anl; Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP S. 7361D-7362B/Anl; Wolfgang Neskovic, DIE LINKE S.7362 C-7363B/Anl; Irmingard Schewe-Gerigk, Bündnis 90/Die Grünen S. 7363B-D/Anl; Alfred Hartenbach, Parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium der Justiz S.7363D-7364B/Anl

Beschluss: S. 7343B - Annahme Drucksache 16/886 idF Drucksache 16/3844; Ablehnung Änderungsantrag Drucksache 16/3864, 16/3865

 

3. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 16/73 14.12.2006 S. 7342D-7343B

Beschluss: S. 7343B - Annahme Drucksache 16/886 idF Drucksache 16/3844

 

BR - 

Gesetzesbeschluss Deutscher Bundestag 26.01.2007 Drucksache Drs 48/07

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend)

 

2. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 830 16.02.2007 S. 29B-C, 45B-C/Anl

Beschluss: S. 29C - kein Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses - gemäß  Art. 77 Abs. 2 GG

 

BR - 

Beschluss Bundesrat 16.02.2007 Drucksache Drs 48/07 (Beschluss)

 

Bundesregierung - Gesetz vom 26.03.2007 -  Bundesgesetzblatt Teil I 2007 Nr.11 30.03.2007 S. 368

 

Inkrafttreten:

31.03.2007

 

Außerparlamentarische Vorgänge:

Stellungnahmen: